Nicotiana (Tabak)
ist ein Nachtschattengewächs mit etwa 70 Arten, von denen die meisten
in Südamerika, einige auch in Australien und Nordamerika heimisch
sind. Zu den wichtigsten Bestandteile des Tabaks zählen Nikotin, ein
farbloses, flüssiges Alkaloid (C10 H14 N2), Ammoniak, Zellulose, Eiweiß,
Protein, div. Harze, Wachs, Stärkemehl, Zucker, Gerbsäure, Apfelsäure,
Zitronensäure, Salpetersäure, Oxalsäure, Kali, Natron, Kalk,
Magnesia, Eisenoxyd, Chlor. Noch sind nicht alle Stoffe bekannt, aber man
schätzt, dass z. B. in einer Zigarette 6000 - 12000 Substanzen enthalten
sind. Obwohl Tabak eine tropische/subtropische Pflanze ist, kann er überall
angebaut werden, wo eine frostfrei Periode von 100 - 130 Tagen gewährleistet
ist, also bis in die Nähe der Polarkreise. Hochwertige Tabake kommen
jedoch nur aus China, USA, Indien, Brasilien, Karibik und Türkei.
a) Nicotiana rustica
Wilder Tabak, von Indianern
im östlichen Nordamerika kultiviert, in der Türkei, Indien und
mehreren europäischen Ländern angebaut. Heute fast nur mehr in
Polen und Russland (Machorka) zu finden.
b) Nicotiana tabacum
Heimisch in Südamerika,
Mexico, Westindien
Variationen: havanensis
brasiliensis
macrophylla (= Maryland-Tabak)
chinensis
virginia (so heißen heute alle goldgelben, großblättrigen,
süßen Tabaksorten unabhängig von ihrem Anbaugebiet,
z. B. auch in Deutschland. !864 wurde auf einer Tabakfarm in Brown County
(Ohio) eine genveränderte Tabakpflanze gefunden, die kein Chlorophyll
enthielt. Da dieser Tabak getrocknet sehr gut zu verarbeiten ist, wurde
er als Burley rasch zur beliebten Beimischung für Zigaretten der Art
American Blend.
Aussehen der Pflanze
Die Tabakpflanze hat klebrige,
behaarte, bitter schmeckende und - wie erst im 19. Jahrhundert bemerkt
wurde - giftige Blätter, groß, einfach und wechselständig
angebracht. Die weißen, gelben, grünen, roten, rosa oder
violetten Blüten stehen in Rispen oder Trauben. Sie besitzen einen
großen röhrenförmigen, fünfzipfligen Kelch, eine große
trichterförmige, fünflappige Krone, aus deren Innerem eine lange
Röhre entspringt, fünf Staubblätter und einen solitären
Stempel. Tagsüber sind die Blüten in der Regel geschlossen, nachts
geöffnet. Die Frucht besteht aus einer zweiklappigen, vielsamigen
Kapsel. Die Samen sind sehr klein und leicht, 10 - 14 000 Samen wiegen
ein Gramm. Eine Tabakpflanze wird, wenn sie nicht beschnitten ist, 2 -
3 m hoch (rustica bis 1,2 m).
Anbau
Ausgesät wird der Tabaksamen
zunächst auf einem Setzlingsbeet, dessen fruchtbare Erde gut gehäuft
und entwässert sein soll, geschützt vor starkem Wind, aber von
der Sonne beschienen. Vor dem Säen wird die Erde durch Abbrennen,
Dämpfen oder chemische Hilfsmittel z. T. sterilisiert, um Insekten,
Parasiten und Unkraut zu vernichten. Das Setzlingsbeet wird in warmen Zonen
im Freien angelegt, ev. durch ein dünnes Baumwolltuch oder eine dünne
Lage Gras, Stroh oder Piniennadeln vor nächtlicher Kühle geschützt.
In kalten Regionen wird die Tabakpflanze unter einem Glas- oder Plastikdach
gezogen. 17 Gramm Samen reichen für ca. 100 m² und liefern
unter günstigen Bedingungen 9 - 15 000 Setzlinge, die nach 8 - 10
Wochen eine Größe von 10 - 18 cm erreichen.
Die Setzlinge werden in
einigen Gebieten durch Setzmaschinen, in den meisten Gegenden jedoch immer
noch per Hand umgepflanzt. Zuvor wird die trockene Erde gewässert,
falls ein Parasitenbefall zu befürchten ist ausgeräuchert. Die
verschiedenen Sorten benötigen unterschiedliche Böden. Maryland-Tabak
z. B. gedeiht auf sandigem oder sandig-lehmigem Boden, Burley auf Schwemmsand-Lehm-
oder Ton-Lehm-Böden. Während in einigen Tabakanbaugebieten (z.
B. Florida-Georgia) dem Boden viele Nährstoffe untergemischt werden
müssen, sind die meisten Böden in Osteuropa so fruchtbar, dass
Pflanzen zu groß werden können für die kommerzielle Nutzung.
Die unterschiedlichen Boden- und Klimabedingungen bestimmen den Charakter
eines Tabaks sogar dann noch, wenn die Pflanzen aus demselben Saatbeet
stammen. Heute kommen die Geschmacksträger des Virginia-Tabaks fast
ausschließlich aus den USA, aus Brasilien, Simbabwe und Korea. Die
Basistabake, die den Geschmack unterstreichen, werden vor allem in Malawi
und Sambia angebaut, während die Fülltabake mit niedrigem Nikotingehalt
aus Thailand, von den Philippinen und aus Indien stammen.
Die Setzlinge werden je
nach Sorte in unterschiedlichen Abständen eingepflanzt, am weitesten
auseinander Perique (Abstand der Reihen 1,5 m, Abstand der Pflanzen in
einer Reihe 91 - 107 cm), sehr viel enger z. B. Burley (1,1 m; 38 - 68
cm). In einigen Gebieten der USA und Mittelamerikas wachsen die jungen
Pflanzen unter dünnen Baumwolldächern. Wenn eine Pflanze die
gewünschte Größe erreicht (für gewöhnlich ist
dies der Fall mit der Blüte), wird sie ev. beschnitten, um ein weiteres
Wachstum zu verhindern. Die optimale Zahl der Blätter variiert: dunkle,
später luft- oder feuergetrocknete Tabakpflanzen sollten 10 - 16,
Burley- oder Maryland-Tabakpflanzen 16 - 20 Blätter haben, wobei die
unteren Blätter weniger Nikotin enthalten. Jede Pflanze stellt eine
Art Qualitätspyramide dar. Die unteren Blätter etwa bis zur Mitte
(Primings und Lugs, in D. Untergut und Sandblatt) galten als minderwertig,
bis mit dem Trend zum leichteren Rauchen ihre den Nikotingehalt reduzierenden
Eigenschaften bedeutsam wurde. Von der Mittellage (Cutters, in D. Hauptgut)
über das Leaf bis zu den Tips (in D. Obergut) ganz oben steigern sich
Nikotingehalt, Aroma und Duft.
Die ausschließlich
industrielle Verarbeitung des Tabaks lässt leicht übersehen,
dass eine Tabakpflanze ähnlich differenziert sein kann wie ein Rebstock.
Im Unterschied zur Weinherstellung, bei der Unterschiede eher herausgearbeitet
als verwischt werden, verlangt der Markenartikel Zigarette einen durch
Mischung erzeugten gleichbleibenden Geschmack. Selbstverständlich
wären auch deutlich unterscheidbare Lagen- und Jahrgangszigaretten
herstellbar.
Die Ernte erfolgt 70 - 130
Tage nach der Umpflanzung, wobei entweder die ganze Pflanze abgeschnitten
wird oder die einzelnen Blätter je nach Reifezustand geerntet und
auf dem Feld aufgehängt werden. (Da Tabakblätter tagsüber
Stärke bilden, die nachts von den Blattzellen verarbeitet wird, muss,
wer Blätter mit möglichst wenig Gehalt an Stärke bekommen
will, am frühen Vormittag ernten.) Dabei ist es wichtig, dass die
Pflanze ein paar Stunden bis zu zwei Tage ohne Sonnenbestrahlung welken
kann, da sie andernfalls brüchig würde.
Verarbeitung
Nach der Ernte muss Tabak
getrocknet werden. Bei der Naturtrocknung (air-cured, 1 - 2 Monate) lagert
der Tabak (vor allem Zigarren-, Burley- und Maryland-Tabak) in geschlossenen
oder mit Jalousien versehenen Schuppen. Die Rauchtrocknung (fire-cured,
3 - 10 Wochen nachdem der Tabak 2 - 6 Tage an der Luft getrocknet wurde)
geschieht mit (nicht harzigen) Edelhölzern (Dark-fired, Kentucky,
Latakia). Die Räuchertrocknung war die Voraussetzung für lange
Schiffstransporte, obwohl Geschmack und Aroma des Tabaks stark vom Holzrauch
beeinflusst wurden, bis ab 1825 Holzkohle eine unerwünschte Aromatisierung
reduzierte. Erst nach dem amerikanischen Bürgerkrieg wurden Öfen
mir Rauchabzug verwandt zur Heißlufttrocknung (flue-cured, bes. Virginia-Tabak),
die nur 4 - 8 Tage beansprucht. Heute wird die Heißlufttrocknung
vom Computer gesteuert: Zunächst erfolgt die Vergilbung der Blätter
(15 - 40 Stunden bei 28° - 35° und 75 - 90% relativer Luftfeuchtigkeit),
danach die Blattauftrocknung (10 - 22 Stunden bei 35° - 50° und
70 - 80% relativer Luftfeuchtigkeit), schließlich die Rippentrocknung
(20 Stunden bei 55° - 70°). Die Sonnentrocknung (sun-cured)
wird vorwiegend bei Orient- und Hongkong-Tabaken, gelegentlich auch bei
Virginia-Tabak angewandt. Nachdem die Blätter im Dunkeln vergilbt
sind, werden sie durch Sonnenbestrahlung möglichst rasch ausgetrocknet.
Auf die Trocknung erfolgt
die Fermentation (Gärung). Zigarrentabak wird in der Regel in Stapeln
(2 m hoch, 150 - 200 Zentner schwer, 3 - 5 mal umgestapelt) durch die Entwicklung
von Eigenhitze naturfermentiert, bis die Hitze nicht mehr steigt und die
Stapel abgekühlt werden. Im Frühjahr erfolgt eine zweite Fermentation
durch erneutes Stapeln (Maifermentation), danach werden die Blätter
zur Ausreifung (besserer Brand, weiße Asche, Geschmacksabrundung)
in Ballen verpackt. Die Fermentation reduziert den Nicotingehalt der Blätter
um 15 – 30 %, bei Zigarrentabak bis zu 50 %. Je langsamer die Fermentierung
erfolgt, desto mehr Zucker kann im Tabak abgebaut werden. Schneller ist
das Kammerverfahren für Burley- und Schneidegut-Tabak, der 1 - 2 Wochen
bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 – 95 % einer Temperatur von
40° - 60° ausgesetzt wird. Dabei bleiben die Tabake sauer oder
werden noch saurer, der Nikotingehalt vermindert sich kaum. Burley- aber
auch Virginia-Tabak gewinnen durch das Kammerverfahren an Qualität.
Zur Verbesserung der Lagerfähigkeit
wird zumeist noch ein Redry-Verfahren angewandt. Dabei werden die Tabakblätter
lose hängend durch ein Kammersystem geschickt. In der ersten Kammer
wird der Tabak bei 70° - 120° stark ausgetrocknet, bis die Blattrippen
vollständig entwässert sind, danach erfolgt die Abkühlung
in zwei Schlusskammern, bevor der Tabak in Ballen oder großen Fässern
verpackt wird. In einer weiteren 1-2-jährigen Lagerung, während
der die Temperatur des Tabaks um 5° - 12° steigt, erfolgt die Ausreifung
(Aging).
Formen des Tabakkonsums
Kautabak
Er entsteht durch das „Verspinnen“
der gesoßten Blätter des in Formen gepressten Tabaks, hergestellt
überwiegend aus Kentucky- und Virginia-Tabak, der mit aromatisierenden
Soßen (Tamarine, Lakritze, Pflaumen, Wacholderbeere, Fenchel, Anis,
Sirup, Korinthen, Zimt, Muskatnuss, Cascarillrinde etc.) und Tabaklaugen
aus der Zigarrenverarbeitung getränkt wird.
Kautabak wurde vor allem
nach 1815 in den USA gebräuchlich an Stelle von Pfeifenrauchen und
Schnupfen, die als ein Symbol der als verrottet angesehenen europäischen
Gesellschaft galten. Außerdem war Kauen des Tabaks für amerikanische
Pioniere angebrachter als das umständliche Entzünden einer Pfeife
unterwegs. Mit dem Kautabak wurde der Spucknapf in den USA des 19. Jahrhunderts
alltäglich.
Wie sehr Kautabak den Rauchgenuss
dominierte, zeigt eine Steuerzählung 1860 in Virginia und North Carolina.
Insgesamt gab es damals in den beiden Staaten 348 Tabakfabriken, von denen
335 ausschließlich und 6 hauptsächlich Kautabak herstellten.
Erst mit der Verbreitung der Zigarette nach dem 1. Weltkrieg verlor das
Kauen von Tabak abrupt an Bedeutung.
Die wichtigsten Sorten waren:
flat plug: rechteckig geformter
Keks aus hellem Tabak, leicht oder nicht gesüßt
navy: rechteckiger Tabakkeks
aus Burley-Tabak, angereichert entweder mit Rum, Lakritze, Zucker, Honig
oder anderen Süßstoffen
twist: zäher dunkler
Tabak, gerollt und zu einem Strang geflochten
fine cut: teure Mischung
aus zerfaserten, entaderten Blättern, nicht gepresst
scrap: aus dem Abfall der
Zigarrenproduktion geformt
Schupftabak
Schnupftabak wird nach vier
Verfahren hergestellt:
a) Karottenmethode:
In Rübenform abgewickelte Tabakblätter (Brasil, Havanna o. ä.)
reifen lassen, stoßen, raspeln, u. U. nachsoßen, aromatisieren,
in Fässern verpackt
b) Schmalzler-Methode:
wie a), wobei allerdings bevorzugt die Mangotes aus Bahia, in Tierhäute
dicht verpackte, gesoßte Brasiltabakrollen mit sehr würzigem
Aroma, verwendet werden
c) Pariser Methode:
Geschnittener, mit Salzwasser angefeuchteter, gesoßter Tabak wird
2 Jahre lang ausfermentiert, dann gemahlen, nachgesoßt und bis zu
5 Jahren in Fässern gelagert
d) Schnellmethode:
Tabakmehl wird soßiert, aromatisiert und 6-8 Wochen in einem Klimaraum
bei 30° - 40° gelagert
Man unterscheidet schwarze
Schnupftabake (Kopenhagener, Großer Kardinal, Holländer, Pariser,
Straßburger, Schmalzler, Fresco), grüne Schupftabake (nach der
Schnellmethode hergestellter Gesundheitstabak, Marino, Augentabak, Kownoer,
Tilsiter, Russischer) und wohlriechende Schnupftabake (Rosentabak, Veilchentabak,
Pariser).
Rauchtabak (Pfeife)
Für Rauchtabak (vorwiegend
Virginia-, Burley-, Kentucky- und Orienttabak) werden die Tabakblätter
maschinell gefeuchtet, gelöst, gemischt und in Soßiertrommeln
mit 15 – 25 % Soße (hauptsächlich aus Zucker, dazu Weichmachungsmittel,
Glyzerin oder Glykole) versehen, anschließend maschinell geschnitten:
Feinschnitt bis 1,5 mm
Krüllschnitt 1,5 -
3 mm
Grobschnitt mehr als 3 mm
Schließlich wird der
Rauchtabak geröstet und flavorisiert (3 – 4 % Lakritze und Ahornzucker
bilden dabei die Grundlage).
Sorten: Kanaster (Marina-,
Puerto-Rico-, Javatabak)
Halbkanaster (mit Zusatz von Virginia- und Burleytabak)
Shag (mit Zusatz von Perique-, Kentucky- und Latakiatabak)
Holländer (Virginia-, Burley- und Javatabak)
Schwarzer Krauser (hauptsächlich Kentucky- und Brasiltabak, meist
mit Galläpfeln, Eisen oder Zucker nachgefärbt, mit Fruchtextrakten,
Tamarinde, Coriander, Anis oder Casia soßiert.
Cigarre
Die Bezeichnung Cigarre,
span. Cigarro, leitet sich ev. ab von sik´ar, dem Maya-Begriff für
Rauchen.
Die Zigarre besteht aus
der gefeuchteten, maschinell entrippten Einlage (nur billige Zigarren enthalten
auch gefaserte Rippen), dem handentrippten Umblatt und einem starken, seidig
sich anfühlenden, einen angenehmen Geruch und gute Verbrennungseigenschaften
besitzenden Deckblatt.
Mittels des Umblattes und
der Einlage wird ein Wickel gerollt (beim Stumpen verklebt), in die gewünschte
Form gepresst, vorgetrocknet und durch Roller (oder maschinell) mit dem
wendelförmig aufgelegten Deckblatt versehen. Wenn nicht, wie gewöhnlich,
die glatte, dunkle Oberseite eines Tabakblattes, sondern die hellere, mit
hervortretenden Adern versehene Unterseite als Oberfläche der Zigarre
erscheint, gilt die Zigarre als „links“ gedreht. Die Enden werden entweder
beschnitten oder mit Tragant bzw. einem künstlichen Klebstoff verklebt.
Ein geübter Cigarrenroller schafft 400 - 450 Stück in acht Stunden,
eine Cigarren-Überrollmaschine 4 - 5000 Stück. Die noch halbfeuchte
Cigarre muss nun austrocknen, entweder natürlich oder künstlich
in einem Klimaraum zw. 28° und 35°, bevor sie nach Farben sortiert
wird: claro (CCC) = hell; colorado-claro (CC) = mittel; colorado ( C )
= dunkel; colorado-maduro (CM) = sehr dunkel; maduro (M) außergewöhnlich
dunkel.
Die Farbe, bei guten Cigarren
in bis zu 20 Schattierungen sortiert, um innerhalb einer Kiste möglichst
identisch zu sein, sagt nichts über die Stärke aus. Cigarren
sollen bei einer konstanten Temperatur von 20° - 21° und einer
relativen Luftfeuchtigkeit von 68 – 70 % aufbewahrt werden.
Cigarren gelten als relativ
gesünder als Zigaretten, da in ihnen weniger krebserzeugende Schwelprodukte
(aus zyklischen Kohlewasserstoffen) nachweisbar sind. Da der Cigarrenrauch
überwiegend basische Bestandteile enthält (im Unterschied zu
dem wegen des im Zigarettentabak verbliebenen Zuckers sauren Rauch der
Zigarette), ruft er kaum einen Raucherkatarrh hervor.
Moderne Spezifikation:
Corona = gerade geformt
mit rundem (Mund-) Ende, ca. 5 ½ inches (14 cm)
Petit Corona od. Corona
chica = 5 inches
Tres Petit Corona = 4 ½
inches
Half a Corona = 3 ¾
inches
Lonsdale = Form wie Corona,
aber 6 ½ inches
Ideales = schlank, an einem
Ende torpedoförmig spitz zusammenlaufend, 6 ½ inches
Bouquet = kleiner, torpedoähnlich
Londres = gerade, 4 ¾
inches
Panatela = dünn, an
beiden Enden offen, 5 inches, mit gerader Form, manchmal am Mundende gebogen,
ursprünglich mit geschlossenem Mundende, das abgeschnitten wurde vor
dem Rauchen
Cheroot = dünn, an
beiden Enden offen, aber dicker und stämmiger als die Panatela, manchmal
leicht spitz zulaufend
Whiff = in England gebräuchlich,
eine kleine, an beiden Enden offene Zigarre, 3 ½ inches
Virgin(ia) = sehr dünn,
lang, besteht meist nur aus gelaugtem Kentucky, zur besseren Lüftung
wird ihr ein Esparto- oder Alicantehalm eingelegt
Zigaretten
Sorten: Orient (Orienttabak,
im Luftstrom getrocknet)
Blend (Grundmischung 50% Virginia-, 35% Burley- und 15% Orienttabak, geröstet
und aromatisiert
Stright (verschiedene Virginiatabake englischer Art, geröstet und
aromatisiert)
Schwarze (verschiedenste Tabake, geröstet und aromatisiert)
Zur Zigarettenherstellung
werden die Tabake (Orient in Klimaanlagen, Virginia-, Burley- und dunkle
Tabake durch Andämpfen, seit Mitte des 20. Jh. im Vakuumverfahren)
befeuchtet und entrippt. Die Rippen werden gedämpft, gewalzt, soßiert,
geschnitten und geröstet, da sie sonst schwelen statt brennen würden.
Der Burley-Tabak für Blend-Mischungen wird zusätzlich mit organischen
Säuren vorbehandelt, gewaschen, in ein Bad aus Lakritzen-, Ahornzucker-,
Kakao-, Sirup-, Tongaextrakten sowie Weichmacher, Glyzerin und Glykol getaucht
und abzentrifugiert. Abschließend wird der Tabak gemischt, aufsoßiert
und auf eine Breite von 0,6 - 0,7 mm geschnitten. Noch Anfang des 20. Jh.
wurden einige Zigaretten mit Hanf angereichert: z. B. Khedive 5 %, Nil
8 %, Arabische Nächte und Harem 9 %. |